spannendes Interview mit BJGold.de

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Als Hierzulande noch kaum jemand sich für Blackjack interessierte, lange vor dem erfolgreichen Blackjack-Kinofilm "21"und auch vor meiner Beschäftigung mit dem Thema, startete ein anderer Deutscher die Blackjack-Webseite BJgold.de und schrieb darin seine beeindruckende Geschichte nieder. Auch, wenn es um die Seite heute zu Tage ruhig geworden ist, so genießt BJGold in Fachkreisen ein hohes Ansehen, als erste deutschsprachige Seite, die sich umfassend und auf seriöser Ebene mit dem Thema Blackjack auseinander gesetzt hat. Mir ist es heute eine besondere Ehre, mich mit der Person, die hinter der Webseite steckt zu unterhlten. Da er anonym bleiben will, nennen wir ihn einfach BJGold.

Blackjack-Vegas: Du schreibst auf deiner Webseite sehr ausführlich über deine Anfänge als Blackjack-Spieler. In Kurzform: Wie bist du zum Blackjack gekommen?
BJGold: Bei einer Urlaubsreise nach Las Vegas las ich in einem amerikanischen Reiseführer, dass Blackjack das einzige Spiel wäre, bei dem man einen Vorteil gegenüber dem Casino erreichen könnte. Außerdem war eine vereinfachte Basisstrategie abgedruckt. Das weckte mein Interesse.

BV: Damals hast du zunächst nur nach den Vorgaben der Basic Strategy gespielt. War das profitabel?
BJGold: Ja, ich hatte anfangs Glück und konnte meine schmale Bankroll mit der Basisstrategie aufbessern.

BV: Mit dem Kartenzählen begann dein Erfolg beim Blackjack. Welches System hast du angewendet?
BJGold: Ich begann mit dem KO count, weil man dabei den Running Count nicht durch die Anzahl verbliebener Decks teilen muss. Als mir in vielen Casinos nur noch 3 bis 3,5 decks von 6 ausgegeben wurden, wechselte ich zum Zen count, weil dieser in der ersten Hälfte des Schlittens genauer und profitabler ist.

BV: Du hast dich dann für den Beruf "Blackjack-Spieler" entschieden. Wie sah dein Arbeitstag aus?
BJGold: Die 40-Stunden-Woche wurde zum 40-Stunden-Monat in den Casinos. Außerdem trainierte ich noch zu Hause und analysierte am PC die Spielbedingungen in den von mir besuchten Casinos.

BV: Welche Limits hast du gespielt?
BJGold: Die Limits waren meistens von den Casinos vorgegeben: 5 bis 100 oder 150 EUR. Lag das Limit höher, spielte ich bis 2 x 250, manchmal bis umgerechnet 2 x 400 EUR.

BV: Wie waren die ersten Jahre als Blackjack-Profi?
BJGold: Aufregend.

BV: Warst du ein Einzelgänger oder hast du auch Freunde dadurch gefunden, bzw. Blackjack-Partner gehabt?
BJGold: Als Kartenzähler merkt man innerhalb weniger Minuten, spätestens wenn der Count ansteigt, ob ein Kollege mit am Tisch sitzt. In den USA verlangt die Counter-Etikette, dass dann der zuletzt hinzugekommene Spieler den Tisch verlässt, ohne auch nur ein Wort mit dem Anderen zu wechseln. Im Rest der Welt wird das nicht so verbissen gesehen. Man kommt meistens miteinander ins Gespräch und tauscht einige Erfahrungen aus. Manche lernt man näher kennen und tauscht dann Informationen aus. Mit einem israelischen Counter, der mir am Anfang meiner Karriere entscheidende Tipps gab, bin ich heute noch in privatem Kontakt. Aus Deutschland kenne ich nur einen Kollegen näher. Team Play habe ich nie betrieben. Da bin ich eher der misstrauische Einzelgänger.

BV: In welchen Casinos hat es sich für dich am meisten gelohnt?
BJGold: Eines der "Czech Casinos" an der deutschen Grenze hat mich 7 Jahre ohne Sperre spielen lassen und landete damit auf Platz 1. Außerdem gab es zwei Casinos mit mongolischen Dealern und sehr guten Regeln, die zusammen den zweiten Platz belegen. Platz 3 geht an ein Casino in Südfrankreich.

BV: Wie würdest du die Entwicklung von Blackjack über die Jahre deiner Karriere hin, beschreiben?
BJGold: Die Bedingungen haben sich laufend verschlechtert. Die einzige Ausnahme war die Einführung von Surrender gegen As in vielen französischen Casinos im Jahr 2008. Hielt etwa 3 Jahre; inzwischen haben dort fast alle Mischmaschinen oder schlechtere Regeln.

BV: Du hast mehr als 12 Jahre intensive Erfahrung in den Casinos dieser Welt. Was waren deine Highlights bzw. eindrucksvollsten Momente?
BJGold: Da fällt mir spontan ein Abend in einem Casino in Nizza ein. Die guten Regeln hatten Counter aus aller Welt angelockt: Israel, Russland, Frankreich, Taiwan, Indonesien, die Schweiz und Deutschland waren vertreten. An jedem der drei geöffneten Blackjack Tische saßen 2 bis 3 Kartenzähler. Das hat richtig Spaß gemacht. Andererseits blieb mir eine Beobachtung in Louisiana im Gedächtnis: Eine ärmlich erscheinende Frau um die 30 streichelte bei jedem spin der slot machine dieselbe, umarmte sie sogar manchmal und sagte immer wieder: Come on, please, I need it.

BV: Michael Shackleford (Wizardofodds.com) sagte, die besten Regeln, die er kennt hat das Veneto-Casino in Paraguay. Wo hattest du die besten Regeln?
BJGold: Die besten Regeln mit 8 Jokern im Schlitten und lukrativen Side-Bets hatte ich im Ingo Casino Marienbad (Tschechien). Da stand ich noch ganz am Anfang meiner Karriere und wußte diese gar nicht richtig auszunutzen.

BV: Hast du ein Lieblingscasino und wenn ja, warum?
BJGold: Gezwungenermaßen wechseln meine Lieblingscasinos, weil Kartenzähler nirgends das ewige Leben haben. Am besten gefiel es mir im Ambassador in Prag. Angenehme Atmosphäre, kostenloses gutes Essen, freie Übernachtung in einem komfortablen Hotel. Man wurde richtig umgarnt. Wie ich gehört habe, fiel irgendwann eine Truppe chinesicher Profispieler dort ein und nahm das Casino richtig aus. Da kamen sie wohl drauf, an was das lag und die Gastfreundschaft hatte ein jähes Ende.

BV: 2010 lief es bei dir erstmals richtig schlecht und du hast 20.000 Euro verloren. Wie hast du das überstanden?
BJGold: Ja, da war mal ein Zeitraum mit - 20k, aber aufs Jahr gesehen war ich im Plus. In den Jahren 2009/2010 lag meine erste große Durststecke, während der mir in 12 Monaten kein einziger EUR übrig blieb. Darauf war ich durch Berichte von Kollegen und Spielanalysen vorbereitet. Natürlich traf es mich trotzdem hart, aber Zweifel am langfristigen Erfolg hatte ich nicht. 1/4 Kelly Criterion gibt Sicherheit!

BV: Du schreibst "2013 lief es noch viel schlimmer". Wie schlimm genau?
BJGold: EUR 21.000 schlimm.

BV: Was waren die Gründe dafür?
BJGold: Vor allem negative Standardabweichung und zu einem kleinen Teil auch zunehmend schlechtere Spielbedingungen.

BV: Wie sieht deine Bilanz 2014 aus?
BJGold: Ich konnte die Scharte von 2013 fast auswetzen, blieb aber auf meinen Reisekosten sitzen.

BV: Bleibst du trotz dieser schweren Phasen weiter am "Ball"?
BJGold: Die Zahl der möglichen Arbeitsplätze ist wegen der vielen Sperren sehr geschrumpft und ich muss noch weiter fahren bzw. fliegen, um noch ein paar Kreuzerchen mitnehmen zu können. Mal schnell ins Auto setzen und früh morgens wieder nach Hause ist nicht mehr. Ich trete deshalb in die Altersteilzeit ein.

BV: Der 6:5-Payout greift in Vegas um sich. Welche Alternativen zu Vegas gibt es?
BJGold: Ich spiele überwiegend außerhalb von god's own country und 6:5 ist mir da noch nirgends begegnet. Wenn es mich doch mal nach USA zieht, kaufe ich mir vorher im Internet die Current Blackjack News von Stanford Wong und suche mir darin die besten Casinos aus. Eine Alternative zu Las Vegas ist der Süden: Louisiana und Mississippi.

BV: Ich habe jüngst auf Curacao und Aruba gespielt und dort einige gute Tische gefunden. Hast du dort auch schon Erfahrungen gemacht?
BJGold: Auf Curacao verbrachte ich mal zwei kombinierte Arbeits-/Urlaubswochen mit meinem Sohn. Dort gibt es überdurchschnittlich gute Regeln, aber die negative Standardabweichung in den langen erfolglosen Nächten hat mir selbst die fantastischen Tauchreviere vermiest. Fazit: entweder Urlaub oder Blackjack.

BV: In Deutschland wird seit 2013 weitgehend mit Mischmaschinen gespielt, die das Kartenzählen nutzlos machen. In den Nachbarländern ist das noch nicht der Fall. Wie sind deine Erfahrungen in Österreich und Tschechien?

BJGold: In Österreich gibt es meines Wissens keinen einzigen Blackjack Tisch ohne Mischmaschine, in Tschechien viele.

BV: Ja, das bestätigt auch meine Erfahrungen. Ich habe vor kurzem alle Österreichischen Casinos angeschrieben und gefragt, ob sie dort Mischmaschinen einsetzen oder ob man ewig warten muss, bis der Dealer gemischt hat. Freudig gaben mir alle die Auskunft, dass sie in Österreich selbstverständlich modernste Mischmaschinen einsezten. Damit lies ich meinen Ski-Urlaub wieder stornieren und fuhr nach Tschechien :D

BV: Was sagst du zu meiner Webseite Blackjack-Vegas.de? Vorschläge, Verbesserungen, etc?
BJGold: Deine Website ist vielfältiger als meine und eher kommerziell ausgerichtet. Für den Leser ist es hilfreich, wenn er bereits weiß, wie man die Spreu (z. B. table scanning, Gewinn-/Verluststrähnen, Charting) vom Weizen (z. B. Basistrategie, Wonging) trennt.

BV: Hast du abschließend noch ein paar gute Tipps für Leute, die ebenfalls mit dem Gedanken spielen Blackjack als Business zu betreiben?
BJGold: Nach meiner Meinung ist das nur noch nebenberuflich ratsam, was aber ohnehin für jeden der erste Schritt sein wird. Ein Kapitalpolster von mindestens EUR 20.000, besser EUR 50.000, auf die man notfalls verzichten könnte, sollte selbst bei geringstmöglichen Einsätzen vorhanden sein. Scheut nicht die Investition von EUR 200-300 in gute Software und haltet euch emotionslos an die Spielanalysen.

BV: Vielen Dank für die offenen und ausführlichen Antworten!
BJGOLD: It's my pleasure, Sir.

Die komplette Geschichte von BJGold und viele weitere interessante Infos rund ums Thema Blackjack könnt ihr auf seiner Webseite BJGOLD.de nachlesen!

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