Aus dem Alltag einer Blackjack-Dealerin

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Antoniya Hamberg war eine Blackjack-Dealerin in Las Vegas. Sie hat mehr als zwei Jahren im Binion Casino in Downtown gearbeit, der auch als 'Horseshow' bekannt ist.

job interview

Sie war das, was man als einen 'Party Pit Dealer' nennt. Sie trug also Reizwäsche, während Sie am Blackjack-Tisch Karten verteilte. Ihr Job war es die Gäste zu unterhalten.

Die meisten Spiele machten wirklich Spaß und meine Arbeitstage bzw. -nächte gingen schnell vorbei. Schließlich hat Sie ihren Lebensunterhalt mit dem Spielen verdient. Es ist kein harter physischer Job und man hat Aufstiegsmöglichkeiten innerhalb des Unternehmens.

Antoniya bekam den Mindestlohn plus Trinkgeld, genannt 'Tips'. Die Dealer teilen ihr Trinkgeld, das von den Tischen aller Dealer gesammelt und zu gleichen Teilen aufgeteilt wird. Die meisten Dealer mögen das, weil sie an verschiedenen Tischen sind und manche Tische mehr Trinkgeld bekommen als andere. Vollzeit-Dealer bekommen auch Vorteile, jedoch gibt es eine dreimonatige Probezeit und eine sechsmonatige Wartezeit, bevor diese Vorteile gelten.

Antoniya sieht ihr sexy Outfit als Uniform und hält nichts von Intimitäten zu Gästen. Dennoch ist sie oft an Leute geraten, die unpassende Anmerkungen machten. Mit der Zeit hat sie sich jedoch an das Abwehren von solchen Anzüglichkeiten gewöhnt und daran, dass sowas bei einem Dealer, der Reizwäsche trägt, einfach zum typischen Alltag gehört.

Ein typischer Arbeitstag einer Blackjack Dealerin

Es war eine wilde Freitag-Nacht. Jeder in Vegas war unterwegs und trank Alkohol, machte Party und zockte. Für die meisten Leute ist das die Zeit in der sie Dampf ablassen. Für Antoniya ist es bloß eine weitere Nacht bei der Arbeit. Sie geht zu ihrem Tisch, löst den Dealer der Tagesschicht ab und übernimmt ihren Platz. Und da ist schon der erste Gast, der "Zigarren-Raucher". Manche Typen brauchen scheinbar diese fette kubanische Zigarre im Mund um in Las Vegas eine gute Zeit zu haben. Irgendjemand muss ihnen erzählt haben, dass es ein Statussymbol und ein Zeichen für Männlichkeit ist. Antoniya hingegen blickt auf den den Zigarrenraucher und denkt sich: "Na toll! Eine weitere Nacht des Rauch inhalierens, Hustens und glasigen Augen. Immerhin wird die Zigarre früher oder später aufgeraucht sein.

Unglücklicherweise kann man das nicht über den Typen sagen, den alle "Mr. Nasty" nennen und der sich schon auf dem zweiten Platz neben dem Zigarren-Rauchen befindet. Jeder Dealer der Welt hat diesen speziellen Typen schon getroffen. Er ist das Highlight des Tages. Mr Nasty ist der typische Idiot, der nach Vegas kommt und die brilliante Idee hat sein gesamtes Geld auf einmal ins Casino zu schleppen. Er ist ebenso bekannt als der "F-Word-Guy", da man ihm bei jeder verlorenen Hand schimpfen hört. Er ist der Typ  Spieler, der einfach nicht verlieren kann und keine Fehler einsieht. Wenn er verliert ist der Dealer schuld. Wenn sein Bier aus ist, ist der Dealer schuld. Das neue Auszahlungsverhältnis von 6:5 für einen Blackjack hat auch der Dealer zu verantworten. Man kann nur hoffen, dass er bankrott geht. Aber auch dann würde er den Dealer dafür beschuldigen. 

Am dritten Platz sitzt Mr. Bachelor Party, der Typ der seinen Junggesellen-Abschied in Vegas feiert und von einer Horde unaufhaltsamer, verrückter Kumpels begleitet wird. Für sie alle scheint das Wort "Respekt" ein Fremdwort zu sein. Sie sind hier um Party zu machen und behandeln jeden Dealer wie eine Stripperin, weil es ja Las Vegas ist, Baby! 

Auf dem letzten Platz nimmt der "Ich glaube nicht an Duschen"-Typ Platz. Ein Kerl, der sich nach dem Pissen nicht die Hände wäscht und nach Essensresten in seinen Zähnen mit den Fingern stochert. Und mit denselben Fingern hantiert er mit Karten und Chips. Er sieht sehr beschäftigt aus und gräbt schon mal in seiner Nase nach Gold bevor er die Cut-Karte mit denselben Fingern setzt, die gerade noch in der Nase waren. Dieselben Karten muss Dealerin Antoniya immer und immer wieder austeilen.

Manchmal ist der Tisch leer. In dieser Freizeit versucht sich Antoniya mit positiven Gedanken abzulenken und baut sich mit den Vorzügen des Jobs auf. Sie bringt niemals Arbeit mit nach Hause und trifft manchmal sogar sehr interessante Leute, die ihr ihre Vegas-Geschichte erzählen, von der sie manchmal sogar ein Teil sein darf. 

Das Ende der Nacht

Nach einer anstrengenden Freitag-Nachtschicht geht Antoniya nach Hause. Am nächsten Tag zählt sie ihr Trinkgeld, das sie am Abend bekommen hat. Meistens zaubern ihr diese Zahlen ein großes Lächeln ins Gesicht und machen die Anstrengung wert. Sie unterhält sich mit den anderen Dealern die lustigen Geschichten der Besoffenen, die sie in der vergangenen Nacht getroffen haben. Manchmal sieht sie auch einen Kampf zwischen zwei Prostituierten, die um ihr Revier beim Poker-Bereich kämpfen. Das Fazit am Ende des Tages fällt so aus: Sie hatte Ärger, sie hatte ein wenig Spaß und sie kann ihre Rechnungen mit einem Lächeln bezahlen. 

Für Spieler hat sie noch einen Rat: Man sollte immer nett zum Dealer sein und ihm oder ihr respektvoll ein Trinkgeld geben. Wenn man unsicher ist, wie man seine Hand spielen soll, einfach fragen. Der Dealer wird niemals einen falschen Ratschlag geben und wird gerne weiterhelfen. Als Dealer ist es immer hilfreich zu lächeln und in Kontakt mit den Gästen zu kommen. Freundliche und kommunikative Dealer bekommen auch mehr Trinkgeld. 

Quelle: http://jobs.aol.com/articles/2011/04/22/confessions-of-a-las-vegas-blackjack-dealer/

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